Karneval und österliche Bußzeit
Die Wahl des Papstes war nur möglich gewesen, sintemal drei Päpste – die gab es damals – feierlich verzichtet hatten.
Papst Martin V. hatte die undankbare Aufgabe, die zerstrittene Christenheit wieder zu einen. Er tat dies mit Klugheit. Martin V. war ein Römer, und er machte Rom wieder zum Mittelpunkt der Kirche. Er hielt es für angebracht, in den drei Tagen vor dem Aschermittwoch Karneval zu feiern. Manches Glas wurde auf den Papst angestoßen, den man dankbar „Papa Carnevale“ nannte. Am Aschermittwoch – so das Oberhaupt der katholischen Kirche – geht es zurück in den „grauen“ Alltag. Es beginnt die Fastenzeit. Die gestern noch voll Lebensfreude waren, beugen ihren Kopf unter das Aschenkreuz und lassen sich an das Ende ihres Daseins erinnern.
In der Limburger Pallottinerkirche wird das Konventamt (9:30 Uhr) am ersten Fastensonntag in der Regel mit einem Choralamt, gestaltet vom Kantor oder der Schola des Missionshauses, begonnen. Sie gestalten auch die Vesper (17:30 Uhr) am vierten Fastensonntag, dem Sonntag „Laetare“, mit.
Eine besondere musikalische Gestaltung mit gregorianischen Chorälen und Vokalmusiken aus mehreren Stilepochen erfahren die Besucher der liturgischen Feiern während der Heiligen Woche und der Feier der Osternacht durch den Kantor, die Männerschola und das Ensemble der gemischtstimmigen Schola unter der Leitung von Wolfgang Haberstock in der Limburger Klosterkirche.