Kathedralen, Gärten und Meer

Gemeindereise nach Nordfrankreich
Ein Rückblick von Marianne Rompel

Immer wieder stehen Menschen staunend vor gewaltigen, gotischen Kathedralen.
Aus der Vergangenheit ragen sie weit ins Heute und beeindrucken selbst in glaubensfernen Zeiten. 30 Teilnehmer, überwiegend aus den Kirchorten Lindenholzhausen, Dehrn und Dietkirchen, aber auch aus Elz und Hamburg wollten das Geheimnis der gotischen Kathedralen in Nordfrankreich erkunden.

Zunächst ging es nach Metz. Die Kathedrale von Metz wird auch als „Laterne Gottes“ bezeichnet. Sie hat eine Fensterfläche von 6500 qm. Dort ist ein Fenster von Marc Chagall zu bewundern. 

Jahrhundertelang war in Reims die Krönungskirche der französischen Könige, sie ist eine der bedeutendsten Kathedralen Frankreichs. Immer wieder stellten wir uns die Frage, wie es damals ohne Baumaschinen und Hilfsmittel gelingen konnte, solch gewaltige, in die Höhe strebenden Bauwerke zu erschaffen. Ein weiteres beeindruckendes Merkmal sind die farbenprächtigen Fenster, die bis hoch ins Gewölbe ragen und das einfallende Licht wunderbar brechen und färben. Die reichverzierten, gewaltigen Portale mit Darstellungen der Heilsgeschichte, Propheten, Heiligen und Königen berühren mit ihren reichhaltigen Darstellungen. In Reims konnten wir an einem beeindruckenden Gottesdienst in der Kathedrale teilnehmen.

Amiens ist bekanntlich der Ort, an dem der Hl. Martin – der Legende nach - seinen Mantel mit dem Bettler teilte. Das Gewölbe der Kathedrale übertrifft mit 43 Meter fast alle anderen französischen Kathedralen. In Amiens bestaunten wir auf Kähnen, durch viel verzweigte Kanäle, die schwimmenden Kleingärten der Bewohner, die die Stadt mit Obst und Gemüse versorgen.  
Neben soviel kultureller Vielfalt konnten wir auch die gute französische Küche bei unseren gemeinsamen Mahlzeiten genießen und würdigen.

Der Impressionist Claude Monet hat die Kathedrale seiner Heimatstadt Rouen in unzähligen Bildern und  in unterschiedlichen Nuancen des Lichts gemalt. In vielen Museen der Welt sind diese Gemälde zu sehen. In Rouen wurde Frankreichs Nationalheilige, Jeanne d´Arc (Johanna von Orleans, eine französische Widerstandskämpferin im 100 jährigen Krieg mit England), auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Eine Kirche erinnert an sie. In Glasfenstern ist ihr Leben dargestellt.

An der Seinemündung in die Nordsee liegt der malerische Ort Honfleur, der uns seine raue Wetterseite zeigte. In einer Calvadosbrennerei konnten wir uns anschließend wieder aufwärmen. Calvados und Cidre werden aus Äpfeln hergestellt und gelten als typische Getränke der Normandie.   

Die Gärten von Monet in Giverny, südlich von Rouen, sind bekannt durch seine Gemälde mit den Seerosen. Der großflächige Garten war eine Augenweide aus vielen Blüten, besonders die Astern beherrschten zu dieser Jahreszeit den Anblick. Auch sein Gartenhaus mit Atelier konnte besucht werden.

Die Krönung der Reise in die Welt der französischen Kathedralen waren unsere beiden letzten Tage in Chartres. Im flachen Land waren die Türme der Kathedrale schon von weitem zu sehen. 172 farbenprächtige Fenster und ein Bodenlabyrinth sind Highlights dieses alten Wallfahrtsortes. Das Labyrinth wirkt als Werkzeug der Meditation und Reflexion und kann in 261,5 m Weglänge begangen werden. Es besteht aus schwarzen und grauen im Boden eingelassenen Steinplatten. Elf konzentrische Kreise und 28 Kehren führen zum Mittelpunkt. Das Begehen symbolisiert den Lebensweg mit all seinen Wendungen, die zu einem Ziel führen. Am Abend konnten wir die Lichtiluminationen an der Kathedrale, aber auch an anderen Gebäuden der Stadt bewundern und bestaunen. Es war grandios, welche Farben und Bilder die Bauwerke verzauberten.

Mit vielen unvergesslichen Eindrücken und spirituellen Erfahrungen in einer frohen Gemeinschaft kehrten wir in unsere Heimat zurück. Die Reise in die Welt der Kathedralen und ins gar nicht so „dunkle Mittelalter“ wird in uns nachwirken!

 

 

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